Musik des 18. Jahrhunderts – auf einem Clavicembalo des 17. Jahrhunderts

Michael Günther vor Martin von Wagners „Rat der Griechen“. Im selben Saal wird der Pianist am 7. November die Saiten eines Clavicembalos von 1665 zum Klingen bringen.
Von der Malerei zur Musik! Am 7. November ist Michael Günther mit einem Konzert in der Gemäldegalerie zu Gast. Der Pianist ist für seine Konzerte auf originalen Instrumenten des 17. und 18. Jahrhunderts überregional bekannt. Bei uns gastierte er zuletzt im März dieses Jahres, als die Präsentation des Residenzbuches von Stefan Kummer mit Werken aus der Erbauungszeit des Würzburger Stadtschlosses abrundete.
Diesmal wird er auf einem Clavicembalo spielen, das 1665 in Rom gefertigt wurde. Dieses ehrwürdige Tasteninstrument vermittelt die authentische Klangwelt der barocken Kompositionen, die bei dieser Gelegenheit dargeboten werden: Werke von Giovanni Benedetto Platti, Fortunato Chelleri, Johann Kaspar Ferdinand Fischer, Peregrin Pögl und Johann Pachelbel.
Die gesamte Raumfolge der Gemäldegalerie diente bekanntlich als fürstbischöfliches Appartement. Der Rahmen für das Konzert am 7. November ist daher besonders passend, denn die Cembalomusik erlebte in der Zeit, als die Fürstbischöfe in der Residenz wohnten, im Hochstift Würzburg eine Blütezeit. Dort sind alle Stücke entstanden, die Michael Günther darbieten wird.
Während Kompositionen zur geistreichen Unterhaltung und Erheiterung den Hof begeisterten, konnten bürgerliche Musikliebhaber Druckausgaben mit hochkarätiger „Claviermusik“ erwerben. Klosterkomponisten schufen Stücke zur Rekreation ihrer Mitbrüder, aber auch in der protestantischen Kirchenmusik florierten brillante Cembalowerke, die sich in fränkischen Sammlungen erhalten haben. Aus allen diesen Genera werden prägnante Beispiele zu Gehör gebracht.
Zum Programm gehören Kostproben aus dem neupublizierten „Mainstockheimer Clavierbuch“, die in dem Museumskonzert erstmals öffentlich erklingen werden. Auch über dieses Werk wird das Publikum einiges erfahren – Michael Günther ist nicht nur Musiker, sondern auch Musikhistoriker und Musikaliensammler. Als überaus begabter Vermittler erfreut er seine Zuhörer zwischen den Stücken mit kenntnisreichen Erläuterungen.
Das Konzert wird in Zusammenarbeit mit den „Freunden der Würzburger Residenz“ und dem „Frankenbund“ veranstaltet. Der Eintritt an diesem Abend beträgt 15 €, die an der Abendkasse in der Gemäldegalerie zu entrichten sind; im Preis enthalten ist ein Glas Wein. Beginn ist um 19 Uhr. Lassen Sie sich diesen musikalischen Genuss nicht entgehen!
Foto: KampradMedia